Nützlich

Als ich einmal Gott traf, war ich gerade hauptsächlich damit beschäftigt, nützlich zu sein.
„Was machst du da?“ fragte er.
„Oh, dies und das“, sagte ich und bemühte mich, so nützlich wie möglich auszusehen. Dummerweise hatte er sich nämlich ausgerechnet einen dieser „Un-Nütz-Tage“ ausgesucht, um mich zu besuchen. An diesen Tagen sind die Füße lahm, die Hände kraftlos und der Kopf leer.
„Ach“, sagte Gott.
„Jaja“, sagte ich, „ich muss nämlich noch, ääh… dringend, du weißt schon…“
„Schon klar“, sagte Gott, und dann schwiegen wir, während ich fieberhaft nach einer Idee suchte, um sofort nützlich zu sein. Vergebens. An „Un-Nütz-Tagen“ klappt so was einfach nicht.
Zeit verging, ein paar Blütenblätter trudelten durch die Luft, der Himmel war blau.
„Ich geh dann mal wieder“, sagte Gott. „Bis nächstes Mal!“
„Ja…“, sagte ich, ein klein wenig erleichtert, „danke fürs kommen, wir sehen uns!“
Als er weg war, blieb ich sitzen. Der Boden unter meinen Füßen war voller Blütenblätter. Versonnen hob ich eines auf und betrachtete es. Es war rosa.

rosa

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