wachgeküsst

ein Morgen, feucht und grau
kalte Tropfen an Zweigen und Blättern
gräuliche Knäuel in meinen Gedanken
mürrisch steige ich in den Zug
ruhig
wie Standbilder
ziehen an mir vorbei:
silbrig grüne Laubschleier
junge minzige Birken
unfertige Rapsfelder in stückligem Gelb
schwarze Krähen, schwimmend in schwülkalter Luft
ein Reh kostet von zarten Trieben
wolkig rosa und weiß getupfte Kleingärten
statuenhaft sitzt ein riesiger Hund im feuchten Gras
blickt uns hinterher
viel weißer, schwerer Himmel
und überall Wasser
an Zaundrähten und Autoscheiben
in Schafwolle und Wiesenblumen
neblige Luft träufelt herab
am Ziel steige ich aus dem Zug
berauscht vom grauen Glanz des Morgens
beschwingt steige ich die Treppen hinunter
wachgeküsst

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